So soll die neue Werkstatt aussehen.

So soll die neue Werkstatt aussehen. Bild: Go-Ahead/TMHI

Go-Ahead Bayern beauftragt TMHI mit Fahrzeugwartung




Das Eisenbahnverkehrsunternehmen Go-Ahead Bayern mit Sitz in Augsburg und das Eisenbahnserviceunternehmen TMH International (TMHI) mit Sitz in Zug in der Schweiz haben eine Zusammenarbeit vereinbart. Go-Ahead Bayern wird im Auftrag der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) und des Verkehrsministeriums Baden-Württemberg von Dezember 2021 bis Dezember 2034 Regionalzugverkehr in Südbayern und im angrenzenden Baden-Württemberg durchführen; dafür werden derzeit 78 elektrische Triebzüge beschafft. Die Wartung dieser Züge wird TMH International übernehmen und zu diesem Zweck eine Werkstatt in Langweid bei Augsburg errichten. Dies teilten beide Unternehmen in einer gemeinsamen Erklärung mit.

"TMHI ist ein etabliertes Zugwartungsunternehmen, das konstruktiv und mit großem Enthusiasmus an die Verhandlungen herangegangen ist. Wir sind sehr froh, TMHI als Partner zu haben, und wir sind zuversichtlich, dass TMHI sowohl beim Bau der Werkstatt als auch bei der Wartung unserer Züge hervorragende Arbeit leisten wird“, so Patrick Verwer, Geschäftsführer der Go-Ahead-Gesellschaften in Deutschland.

„Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit Go-Ahead bei diesem Projekt“, sagte Hans Schabert, Präsident von TMH International. „TMH International ist ein Newcomer auf dem deutschen Markt: Wir sind ein Team bekannter Bahnexperten und verfügen über eine langjährige Erfahrung im Dienstleistungsbereich, sowohl bei Lebenszyklusverträgen als auch bei der Wartung und Reparatur von Flotten. Als industrieller Investor haben wir uns verpflichtet, zum wirtschaftlichen Wachstum der Region Augsburg beizutragen, indem wir eine beträchtliche Anfangsinvestition in die Werkstatt sowie hochqualifizierte und stabile Arbeitsplätze bereitstellen.“

„Unsere globale Entwicklungsstrategie basiert auf einem partnerschaftlichen Ansatz gegenüber unseren Kunden. Und wir freuen uns zu sehen, dass dies in Verbindung mit der Flexibilität eines spezialisierten internationalen Teams ein echtes Unterscheidungsmerkmal war, um dieses Projekt zu gewinnen", fügte Kirill Lipa, CEO von TMH International, hinzu.

Für den Bau der Werkstatt in Langweid hat Go-Ahead jetzt den beantragten Planfeststellungsbeschluss erhalten. Die notwendigen Grundstücke wurden von Go-Ahead an TMHI übertragen. Geplant ist, dass die Wartung der Züge ab Sommer 2022 in Langweid erfolgen kann, das ist deutlich vor der Betriebsaufnahme des Augsburger Netzes im Dezember 2022. TMHI wird für vorher nötige Wartungsarbeiten ein Areal im Bahnpark Augsburg vorübergehend anmieten und einrichten.

TMHI als Bauherr und künftiger Betreiber der Werkstatt wird eine Mannschaft aufbauen, die die Wartung der Züge übernimmt. „Wir haben bereits im Vorfeld damit begonnen, das Team aufzubauen, und das ist in vollem Gange. Wir planen, rund 40 Manager und Techniker einzustellen. Deutschland und insbesondere Bayern sind stolz auf ihre lange Eisenbahntradition und ihr Fachwissen, und wir sind zuversichtlich, dass wir hier die richtigen Fachkräfte finden werden“, kommentierte Terence Watson, Senior Vice President Europe bei TMH International.

„Nur durch eine intakte und technisch störungsfreie Fahrzeugflotte wird es gelingen, die Vorteile des schienengebundenen ÖPNV zu verdeutlichen“, sagte Jürgen Gilg, Bürgermeister von Langweid. „Daher freuen wir uns, durch ein Grundstück in unserer Gemeinde dazu beitragen zu können, dass der ÖPNV in der Region gestärkt wird und damit ein Stück Daseinsvorsorge für unsere Heimat gesichert werden kann.“

Bei der Wartung von Eisenbahnzügen geht es um die regelmäßige technische Pflege der Fahrzeuge. Die Züge von Go-Ahead Bayern werden sehr viele Kilometer fahren. Viele verschiedene technische Komponenten über die reine Fahrzeugtechnik hinaus, wie etwa Fahrgastinformationssysteme oder Vakuumtoiletten, müssen gründlich geprüft und gepflegt werden, damit sie im Alltag möglichst störungsfrei ihren Dienst tun. Planmäßig werden täglich drei bis vier Triebzüge zur Wartung in die Werkstatt einrücken.

Die Wartung der Züge wird in voller Übereinstimmung mit den neuesten europäischen Vorschriften für ECMs (Entity in Charge of Maintenance) durchgeführt. Im Rahmen des aktuellen Vertrags wird die TMHI die leichte Wartung der Züge einschließlich der Reprofilierung der Radsätze übernehmen. Ebenfalls werden schwere und korrigierende Wartungsarbeiten durchgeführt, einschließlich der regelmäßigen Hauptuntersuchungen. Um eine maximale Verfügbarkeit der Fahrzeuge zu gewährleisten, werden zwei mobile Teams die verbleibenden Reparaturen über Nacht durchführen. Die technische Hotline von TMHI, die rund um die Uhr erreichbar ist, wird das Go-Ahead-Personal im Betrieb unterstützen. Neben der Hauptverantwortung für die Wartung wird TMHI auch für die Beschaffung von Ersatzteilen, das Werkstattmanagement und die Fahrzeugwartungsdokumentation zuständig sein.




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